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Dieter Baumann (* 9. Februar
1965 in Blaubeuren) ist ein deutscher Leichtathlet und Olympiasieger. Er ist
einer der erfolgreichsten Langstreckenläufer der deutschen Sportgeschichte.
Allein auf nationaler Ebene konnte er 40 Meistertitel auf Strecken von 1500
Meter bis 10.000 Meter und im Crosslauf gewinnen.
Werdegang
Dieter Baumann startete zunächst für den Sportverein LG Alb Donau, später
für den VfL Waiblingen und Bayer Leverkusen. Seit 2001 startet er für die
LAV asics Tübingen, deren erster Vorsitzender er im März 2004 wurde. Bei
einer Größe von 1,77 m hatte er ein Wettkampfgewicht von 62 kg.
Im 5000-Meter-Lauf, seiner Spezialstrecke, errang er zwei olympische
Medaillen: Bei den Spielen 1988 in Seoul musste er noch mit Silber vorlieb
nehmen, bei den Spielen 1992 in Barcelona errang er in einem dramatischen
Spurtfinale, bei dem er die letzten 100 m in 11,9 s zurücklegte, dann die
Goldmedaille. Im Jahr seines Olympiasieges wurde er auch zum Sportler des
Jahres gewählt. Es folgten ein Sieg bei der Europameisterschaft 1994 über
5000 m, ein zweiter Platz bei der Europameisterschaft 1998 über 10.000 m und
der Sieg beim Weltcup 1998 über 3000 m.
Dopingaffäre
Bei einer Dopingkontrolle am 19. Oktober 1999 sowie bei einer Kontrollprobe
am 12. November wurde Baumann positiv auf den Wirkstoff Nandrolon getestet.
Bei der Verhandlung vor dem Deutschen Leichtathletik-Verband wurde er
aufgrund der Funde von Norandrostendion in seiner Zahnpasta (daher wird
dieser Fall oft als Zahnpastaaffäre bezeichnet) und eingereichten Haarproben
ohne Befund am 13. Juli 2000 vom Vorwurf des Dopings freigesprochen. Die
IAAF erkannte diesen Freispruch des nationalen Verbandes jedoch nicht an,
sperrte ihn am 18. September 2000 bis zum 21. Januar 2002 und erkannte ihm
rückwirkend den nationalen Titel über 5000 m ab. Baumann bestreitet bis
heute die wissentliche Einnahme der Mittel.
2004 verarbeitete der Regisseur Diethard Klante die Geschehnisse um den
Doping-Skandal in einem Fernsehfilm: "Ich will laufen! Der Fall Dieter
Baumann" (Erstausstrahlung: 4. August 2004, ARD).
Der Molekularbiologe und Dopingkritiker Werner Franke erklärte 2006 in einem
Interview gegenüber dem Magazin Der Spiegel, dass er die Funde für einen
Anschlag und Baumann damit für unschuldig halte: „Baumann hat sich sehr für
den Kampf gegen Doping engagiert. Seine Zahnpastatuben waren verseucht,
erwiesenermaßen eine alte Stasi-Methode. Baumann hat zu viele Leute an sich
rangelassen.“
Fritz Sörgel vom Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung
(IBMP) in Nürnberg dagegen hielt Baumann nicht für entlastet.
Ende der Karriere
Nach Ablauf der Sperre nahm er wieder an Wettkämpfen teil und belegte
bei der Leichtathletik-Europameisterschaft 2002 erneut den zweiten Platz
über 10.000 m. Der Umstieg auf die Marathonstrecke misslang ihm jedoch, als
er 2002 beim Hamburg-Marathon nach 30 km einbrach und das Rennen aufgab.
2003 gewann er seinen dritten nationalen Titel über 10.000 m und seinen
elften über 5000 m. Da es jedoch mit zunehmendem Alter immer schwieriger für
ihn wurde, die gewohnte Leistung zu erbringen, beendete er am 8. September
2003 nach 22 Jahren seine Leistungssportkarriere.
Sonstiges
Dieter Baumann wurde stets von seiner Ehefrau Isabelle (geborene Hosang)
trainiert. Das Paar hat eine Tochter und einen Sohn.
Baumann nimmt auch nach seinem Abschied vom Hochleistungssport an
Laufveranstaltungen teil. Seine Halbmarathon-Zeit vom Stuttgart-Lauf 2006
(1:09:09) findet sich in der Bestenliste des DLV wieder.[6] Am 28. Oktober
2007 beendete er in Frankfurt zum ersten Mal einen Marathon. Mit der Zeit
von 2:30:00 Stunden wurde er viertschnellster Deutscher. Sponsoren hatten
für jede Minute unter drei Stunden 1.000 Euro ausgelobt. Durch weitere
Spendenaktionen kam ein Gesamtbetrag von 40.000 Euro zusammen, der für die
Sanierung des Tübinger Stadions und die Läufer-Nachwuchsförderung in Hessen
und Württemberg verwendet wird.[7] [8]
Die Sporthalle seiner Geburtsstadt Blaubeuren ist nach Baumann benannt.
Lesen Sie mehr auf Sporthelden.de:
1992 - Der weiße Kenianer
Sporthelden.de Interview mit Dieter Baumann
Das Warten im Call Room - Nervosität vor dem Goldlauf 1992
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Dieser Artikel
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Artikel Dieter
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Februar 2008, 00:34 UTC. URL:
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(Abgerufen: 15. Februar 2008, 09:11 UTC)
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