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Franz Anton Beckenbauer (* 11.
September 1945 in München), auch Der Kaiser genannt, ist einer der
Vizepräsidenten des Deutschen Fußballbundes (DFB), Präsident des FC Bayern
München sowie Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG. Zudem war
er Präsident des Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft 2006.
Er war bis 1983 als Profifußballer tätig und hatte den Ruf eines
internationalen Ausnahmeathleten. Nach seiner aktiven Karriere als Fußballer
war er als Fußballtrainer und Sportfunktionär, Werbeträger, Geschäftsmann
und einflussreicher Kolumnist tätig.
Franz Beckenbauer gilt als einer der besten Fußballer aller Zeiten und wird
in der Öffentlichkeit häufig als „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“
bezeichnet. Wichtige Meilensteine seiner Ausnahmestellung im Fußball sind
jeweils der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft sowohl als Spieler (1974)
als auch als Trainer (1990).
Ihm zu Ehren hat der FC Bayern München beschlossen, ab 2007 nach dem Vorbild
der Trofeo Gamper den Franz-Beckenbauer-Pokal auszuspielen.
Biografie
Die Anfänge (1945 bis 1965)
Franz Beckenbauer wurde 1945 als Sohn des Postobersekretärs Franz
Beckenbauer sen. (* 1905; † 1977) und dessen Frau Antonie (* 23. Juni 1913;
† 11. Januar 2006) in München-Giesing geboren. Er erlernte das Fußballspiel
beim SC 1906 München. 1958 plante Beckenbauer den Wechsel zu einem größeren
Verein. Der TSV 1860 München war damals der größte Club in München und der
13-jährige Franz wäre auch dorthin gewechselt, wenn er nicht während eines
Spieles für den MSC mit einem der Löwen-Spieler aneinander geraten wäre.
Nachdem diese Streiterei sogar mit einer Ohrfeige gegen die spätere
Fußball-Ikone geendet hatte, änderte Beckenbauer seine Pläne und wechselte
schließlich für die folgende Saison zum FC Bayern München, der damaligen
Nummer 2 in der Stadt. Als er noch keine 20 Jahre alt war, debütierte
Beckenbauer für die Bayern am 6. Spieltag (2. September 1964) gegen die
Stuttgarter Kickers in der Regionalliga (damals zweithöchste Spielklasse),
Bayern stand nach dem 5. Spieltag auf Platz 8. Als Linksaußen oder im
Mittelfeld bestritt er anschließend alle Spiele bis zum Saisonende. Am 20.
September 1964 erzielte er mit dem 4:1 und 5:1-Endstand gegen den ESV
Ingolstadt seine ersten Tore, insgesamt gelangen ihm 16 Tore, davon 5 per
Elfmeter. Am Ende der Saison belegte Bayern München mit 55:17 Punkten und
146:32 Toren Platz 1 und stieg durch den Sieg in der Aufstiegsrunde in die
Bundesliga auf. Schon in der Regionalliga spielte er zusammen mit Sepp Maier
und Gerd Müller, mit denen er in den Folgejahren den deutschen Fußball
bestimmte.
1964 absolvierte Beckenbauer drei Länderspiele in der DFB-Jugendauswahl und
1965 zwei Länderspiele für die deutsche B-Mannschaft, wobei er einmal für
Günter Netzer eingewechselt wurde.
Die Zeit als Profifußballer (1965 bis 1983)
In der ersten Bundesliga-Saison verlor Bayern München zwar am 1. Spieltag
das erste Stadtderby der Bundesliga-Geschichte gegen 1860 München mit 0:1
wodurch es am Ende nur zu Platz 3 reichte (mit einem Sieg im ersten Spiel
wären sie Meister geworden), Beckenbauer konnte aber am Ende der Saison
gegen den Meidericher SV den DFB-Pokal gewinnen und dabei das Tor zum
4:2-Endstand erzielen.
Das erste Länderspiel machte er am 26. September 1965 in Stockholm im
WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden nach nur 6 Bundesliga-Spielen. Mit dem
2:1-Sieg konnte sich Deutschland für die Fußballweltmeisterschaft 1966 in
England qualifizieren. In seinem fünften Länderspiel, am 23. März 1966 gegen
die Niederlande schoss er seine ersten beiden Tore für die
Nationalmannschaft (Endstand 4:2)
Bei der WM in England ging dann sein Stern auf, als er im defensiven
Mittelfeld, aber sehr offensiv spielte. Gleich im ersten Spiel gegen die
Schweiz steuerte er 2 Tore zum 5:0 bei, insgesamt erzielte er 4 Tore und
belegte mit 3 anderen Spielern den 3. Platz in der Torschützenliste. Im
Endspiel gegen England wurde er gegen Bobby Charlton, den damaligen
Superstar der Engländer, als Sonderbewacher gestellt. Später sagte man,
durch diese Manndeckeraufgabe des damals 20-jährigen Beckenbauer habe sich
Deutschland der Siegchance im Endspiel beraubt. Allerdings war Bobby
Charlton von seinem Trainer beauftragt worden Franz Beckenbauer zu bewachen,
so dass sich die beiden weitgehend neutralisierten. Eigentlich hätte er im
Finale gar nicht auflaufen dürfen, denn nach einer Verwarnung im
Gruppenspiel gegen Argentinien hatte er auch im Halbfinale gegen die UdSSR
nach einem Foul gegen Joséf Szabo eine weitere Verwarnung erhalten. Da es
damals aber noch keine gelben Karten gab und alle Verwarnungen von der FIFA
bestätigt werden mussten, ließ man diese Verwarnung einfach unter den Tisch
fallen. Im Finale sollten die besten Spieler dabei sein. Für seine
Leistungen wurde er zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt, was er
1968, 1974 und 1976 erneut wurde.
Im folgenden Jahr konnte er mit dem FC Bayern als zweitem deutschen Verein
den Europapokal der Pokalsieger gewinnen und den DFB-Pokal verteidigen.
Am 1. Juni 1968 konnte Deutschland durch ein Tor von Beckenbauer erstmals
gegen England und 15 Tage später erstmals gegen Brasilien gewinnen.
Ansonsten verlief die Saison 1967/68 eher enttäuschend: In der Bundesliga
konnte nur der 5. Platz erreicht werden, im DFB-Pokal schied man im
Halbfinale beim Zweitligisten VfL Bochum aus und die Nationalmannschaft
konnte sich nach einem 0:0 in Albanien, bei dem Beckenbauer aber nicht
mitwirkte, nicht für die Europameisterschaft in Italien qualifizieren.
1969 gewann er erstmals die Deutsche Meisterschaft mit dem FC Bayern, es war
die zweite für den FC Bayern nach 1932. Als zweite deutsche Mannschaft
konnte im Jahr der Meisterschaft auch der Pokal gewonnen werden (Double).
Dies war zuvor nur Schalke 04 1937 gelungen. Der Traum vom Europapokal der
Landesmeister war aber schon in der ersten Runde nach einem 2:0 und 0:3
gegen den AS Saint-Étienne beendet. In dieser Zeit wechselte er von der
Position des Mittelfeldspielers auf den Liberoposten, von wo er jedoch
weiterhin das Angriffsspiel seines Teams ankurbelte. Insbesondere die
Doppelpässe mit Gerd Müller sorgten immer wieder für Verwirrung in der
gegnerischen Abwehr. Zudem öffnete er durch lange Pässe das Spiel, wobei er
das Außenristspiel perfektionierte.
Bei der Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko durfte Beckenbauer aber noch nicht
auf der geliebten Liberoposition spielen, da dort zunächst noch Willi Schulz
und später Karl-Heinz Schnellinger agierte. Im Viertelfinale gegen England
konnte er durch sein Anschlusstor zum 1:2 die Wende einleiten (Endstand 3:2
n.V.). Im Halbfinale, dem Jahrhundertspiel gegen Italien, zog er sich eine
schwere Schulterverletzung zu und musste, da das Auswechselkontingent
erschöpft war, mit verbundener Schulter weiterspielen. Im Spiel um den 3.
Platz kam er daher nicht mehr zum Einsatz.
Erst in den darauf folgenden Jahren wurde er auch von Bundestrainer Helmut
Schön auf seiner Lieblingspositon eingesetzt. Am 25. April 1971 führte er
beim Spiel in Istanbul gegen die Türkei erstmals die Nationalmannschaft als
Kapitän aufs Feld. Der eigentliche Nachfolger Uwe Seelers war aber Wolfgang
Overath, so dass Beckenbauer zunächst nur in den Spielen ohne Overath
Kapitän war. Erst 1972, als Overath verletzungsbedingt fehlte, wurde er
endgültig zum Kapitän, behielt diese Rolle dann aber auch nach dessen
Rückkehr. 1971 wurde erneut der DFB-Pokal gewonnen, in der Bundesliga konnte
aber die erstmalige Titelverteidigung durch Borussia Mönchengladbach nicht
verhindert werden. Am letzten Spieltag wurde durch ein 0:2 in Duisburg die
Meisterschaft noch verspielt.
1972 bis 1974 gelangen ihm mit dem FC Bayern dann aber als erstem deutschen
Verein drei Meistertitel in Folge.
1972 führte der Münchner als Kapitän und Libero Deutschland zum
Europameistertitel durch einen 3:0-Endspielsieg gegen die UdSSR. Er wurde
daraufhin als zweiter Deutscher (nach Gerd Müller 1970) zu Europas Fußballer
des Jahres gewählt.
Mit seinem 73. Länderspiel am 24. November 1973 in Stuttgart (Deutschland -
Spanien 2:1) wurde er Rekordnationalspieler des DFB. Er überbot damit den
Rekord von Uwe Seeler, den dieser in seinem letzten Spiel aufgestellt hatte
und blieb dies durch weitere Spiele 20 Jahre lang bis er von Lothar Matthäus
abgelöst wurde.
1974 war sein erfolgreichstes Jahr. Zunächst konnte am 33. Spieltag der
Bundesliga der Meistertitel gesichert werden (das abschließende Spiel gegen
Borussia Mönchengladbach, den direkten Konkurrenten um die deutsche
Meisterschaft war damit bedeutungslos), dann gewann er mit dem FC Bayern als
erste Deutsche Mannschaft den Europapokal der Landesmeister, wobei erstmals
in der Geschichte das Endspiel wiederholt werden musste (das einen Tag
später stattfindende unbedeutende letzte Spiel der Bundesligasaison wurde
auch wegen der 2 Endspiele innerhalb von 3 Tagen mit 0:5 verloren) und
anschließend führte er bei seiner 3. Weltmeisterschaft die Mannschaft bis
ins Endspiel. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in den Gruppenspielen, u.a.
einem 0:1 im einzigen Vergleich mit der DDR-Nationalmannschaft gelang es ihm
die Mannschaft in der "Nacht von Malente" zu einer Leistungssteigerung in
der erstmals ausgetragenen Zwischenrunde (2. Finalrunde) anzustacheln, so
dass das Finale gegen die niederländische Fußballnationalmannschaft erreicht
wurde. Bereits nach 2 Minuten führten die Niederländer nach einem von Uli
Hoeneß in der ersten Minute verursachten Elfmeter mit 1:0. Durch Tore seiner
Vereinskameraden Paul Breitner (per Elfmeter) und Gerd Müller konnte
Deutschland aber noch in der 1. Halbzeit mit 2:1 in Führung gehen und diesen
Vorsprung gegen stürmisch angreifende Niederländer in der 2. Halbzeit
verteidigen. Hier war es insbesondere sein Vereinskamerad Sepp Maier, der
den knappen Vorsprung sicherte, wodurch Deutschland zum zweiten Mal
Fußball-Weltmeister wurde.
1975 und 1976 konnte er mit den Bayern den Europapokal der Landesmeister
verteidigen, 1976 sogar den Weltpokal holen (in den beiden Jahren zuvor war
Bayern München nicht angetreten) und die Deutsche Mannschaft erneut ins
Endspiel der Europameisterschaft führen. Dort unterlag die Mannschaft aber
gegen die Tschechoslowakei in der Nacht von Belgrad im Elfmeterschießen.
Dennoch wurde er nochmals zu Europas Fußballer des Jahres gewählt.
Im Jahre 1977 wechselte er - auch aus privaten Gründen - zu Cosmos New York.
Seine damalige Ehekrise und die Beziehung zu der Sportfotografin Diana
Sandmann wurde von der BILD-Zeitung, für die er später als Kolumnist tätig
wurde, "ausgeschlachtet" (für die BILD und einige DFB-Funktionäre war ein
geschiedener Nationalmannschaftskapitän zu der Zeit nicht akzeptabel). Der
Wechsel in die USA bedeutete das Ende seiner Zeit als Nationalspieler, da zu
der Zeit im Ausland tätige Spieler nach den Erfahrungen bei der WM 1974, als
ein nicht austrainierter Günter Netzer von Real Madrid zur WM kam, nicht
berücksichtigt wurden. Dies galt umso mehr, angesichts des Rufs der
US-amerikanischen Liga als "Operettenliga" (so DFB-Präsident Hermann
Neuberger). Zudem erhielt er von Cosmos keine Freigabe für die WM. So war
sein 103. Länderspiel am 23. Februar 1977 (0:1 gegen Frankreich) sein
letztes. Damit blieb er bis zum 17. November 1993 Rekordnationalspieler.
Im damaligen Fußball-Entwicklungsland USA wurde er dreifacher
US-amerikanischer Meister (1977, 1978, 1980). Nach seiner Rückkehr in die
Fußball-Bundesliga im Jahre 1980 spielte Beckenbauer beim Hamburger SV.
Bevor er seine aktive Laufbahn 1982 beendete, errang Franz Beckenbauer mit
dem HSV seinen fünften deutschen Meistertitel. Im Sommer des folgenden
Jahres ließ er sich noch einmal zu einer letzten Saison bei Cosmos New York
als Spieler überreden.
Im Laufe seiner Bundesligakarriere absolvierte er 424 Bundesliga-Spiele,
davon 396 für den FC Bayern München und 28 für den Hamburger SV. Alle 44
Bundesliga-Tore erzielte er für die Bayern. Mit vier Eigentoren steht er in
der ewigen Eigentorschützen-Tabelle der Bundesliga noch immer auf Platz
drei. In den zwölf Jahren als Nationalspieler bestritt er 103 Länderspiele
und schoss 14 Tore.
Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft
Nach dem schlechten Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der
Europameisterschaft 1984 (erstmals schied eine deutsche Mannschaft bei einem
Turnier in der Gruppenphase aus) übernahm er die Verantwortung für die
deutsche Nationalmannschaft. Da er keine anerkannte Trainerlizenz besaß,
fungierte er als Teamchef, und ihm wurde ein "Bundestrainer" als Co-Trainer
zur Seite gestellt. Diese Funktion übernahm zunächst Horst Köppel, später
Holger Osieck. Das erste Spiel der von ihm betreuten Nationalmannschaft fand
am 12. September 1984 in Düsseldorf statt und wurde mit 1:3 gegen
Argentinien verloren. Damit war er der erste Bundestrainer/Teamchef, dessen
Mannschaft das erste Spiel verlor. Dennoch schaffte er mit der Mannschaft
gegen Portugal, Schweden und die Tschechoslowakei die Qualifikation zur WM,
musste aber, nachdem die Qualifikation schon erreicht war, mit einem 0:1
gegen Portugal die erste Niederlage in einem WM-Qualifikationsspiel
einstecken, und so fuhr die Mannschaft ohne große Erwartungen zur
Weltmeisterschaft 1986. Trotz mäßiger Spiele, z. B. einem 0:2 gegen Dänemark
in der Vorrunde, führte er die Mannschaft ins WM-Endspiel, wo sie gegen
Argentinien verlor, obwohl sie dort eins ihrer besseren Spiele bei der WM
zeigte und einen 0:2-Rückstand kurz vor Ende egalisieren konnte. Während der
WM kam es zu einem Eklat im deutschen Lager, als Beckenbauer von
Ersatztorhüter Uli Stein in Anspielung auf seine frühere Werbetätigkeit für
die Firma Knorr als „Suppenkasper“ bezeichnet wurde. Stein wurde daraufhin
als erster Nationalspieler während einer WM aus dem Kader geworfen und
musste die Heimreise antreten.
Bei der Europameisterschaft 1988 im eigenen Land galt Deutschland dagegen
als einer der Favoriten, im Halbfinale gegen die Niederlande, den späteren
Europameister musste er aber eine 1:2-Niederlage einstecken, womit sich die
Niederländer für die Endspielniederlage von 1974 revanchieren konnten.
Zwei Jahre später bei der WM 1990 in Italien kam es wiederum zur
erfolgreichen Revanche Deutschlands gegen die Niederlande, die im
Achtelfinale mit 2:1 besiegt wurde. Aufbauend auf mehreren
Italien-Legionären, hatte Beckenbauer eine spielstarke Mannschaft
zusammengestellt, die schon im ersten Spiel gegen Jugoslawien ungewöhnlich
gut (bei früheren Turnieren gab es meist Probleme in den ersten Spielen)
startete und den Mitfavoriten mit 4:1 besiegte. Im Finale kam es erneut zum
Duell mit Argentinien. In einem einseitigen Spiel, in dem Teamchef
Beckenbauer den argentinischen Topstar Diego Maradona durch Guido Buchwald
ausschalten ließ, konnte Deutschland zum dritten Mal Weltmeister werden.
Damit gelang Franz Beckenbauer ein seltenes Kunststück: Er war nach Mario
Zagallo der Zweite, der sowohl als Spieler als auch als Trainer
Fußball-Weltmeister wurde. In Erinnerung blieben insbesondere die Szenen,
als er nach Ende des Spieles allein und in Gedanken verloren über den Platz
wanderte, während die Spieler Ehrenrunden drehten. Nach der gewonnenen WM
erhielt Beckenbauer vom DFB eine Trainerlizenz[1] ehrenhalber, die aber voll
gültig ist, und trat als erster Bundestrainer/Teamchef nach einem gewonnenen
Pflichtspiel (dem WM-Endspiel) zurück.
Vereinstrainer
In der Saison 1990/91 arbeitete Beckenbauer für Olympique Marseille
(zunächst als Cheftrainer, später dann als technischer Direktor) und
erreichte mit diesen das Endspiel des Europapokals der Landesmeister gegen
Roter Stern Belgrad, das aber nach einem 0:0 n.V. mit 3:5 im
Elfmeterschießen verloren wurde. Nachdem er 1991 Vizepräsident bei Bayern
München geworden war, trat er zweimal als Interimscoach bei diesem Verein in
Erscheinung und beendete die zuvor unglückliche Arbeit von Erich Ribbeck
bzw. Otto Rehhagel. Dabei errang er im Sommer 1994 mit Bayern München den
deutschen Meistertitel sowie 1996 den UEFA-Cup.
Karriere als Funktionär und Sportpolitiker
Am 25. November 1991 wurde Beckenbauer zum Vizepräsidenten des FC Bayern
München gewählt. Seit 1994 ist Beckenbauer Präsident des FC Bayern München.
Franz Beckenbauer unterstützte als Vorsitzender des Bewerbungskomitees
erfolgreich die Bewerbung Deutschlands um die Weltmeisterschaft 2006 und
wurde anschließend Leiter des Organisationskomitees für die
Fußball-Weltmeisterschaft 2006.
Neben seinen Engagements für Bayern München ist er seit einigen Jahren einer
der Vizepräsidenten des DFB.
Franz Beckenbauer kündigte Anfang 2005 an, bei der nächsten Wahl um das
Präsidentenamt der UEFA zu kandidieren. Nachdem die UEFA-Kommission im
estnischen Tallinn am 21. April 2005 entschieden hatte, die Wahl von 2006
auf 2007 zu verschieben, stand der Kandidatur von Franz Beckenbauer, der
noch bis Ende 2006 Präsident des Organisationskomitees der WM 2006 war,
nichts mehr im Wege. Allerdings hatte Beckenbauer stets betont, nicht gegen
den damaligen Präsidenten Johansson anzutreten, falls dieser nochmals
kandidiert. Bei der Wahl am 26. Januar 2007 in Düsseldorf trat dann
Johansson erneut an und Beckenbauer kandidierte nicht. Gegenkandidat von
Johansson war der ehemalige französische Fußballnationalspieler und
Funktionär Michel Platini. Platini gewann die Wahl mit 27 zu 23 Stimmen.
Spitzname Der Kaiser
Seit 1968 wird Beckenbauer von den Medien und Fans als Kaiser bezeichnet.
Häufig wird als Herkunft der Bezeichnung folgende Anekdote erzählt:
Anlässlich eines Freundschaftsspiels des FC Bayern München in Wien wurde er
für Fotoaufnahmen neben einer Büste des ehemaligen österreichischen Kaisers
Franz I. platziert. In der Berichterstattung wurde er nun als Fußball-Kaiser
bezeichnet, woraufhin sich die Bezeichnung Kaiser rasch verbreitete und
verselbständigte.
Diese Begründung für den Spitznamen von Franz Beckenbauer ist zwar legendär
(und wird von Beckenbauer auch gerne erzählt), aber nach Angaben eines
Artikels[2] der Zeitung Welt am Sonntag historisch unwahr. Die Welt am
Sonntag schreibt, Beckenbauer habe am 14. Juni 1969 zum Pokalendspiel gegen
Schalke 04 seinen Gegenspieler, Reinhard Libuda, genannt der König von
Westfalen, gefoult. Nach diesem Foul wurde er von den Schalker Fans
ausgebuht. Trotzdem ging er mit dem Ball in die gegnerische Hälfte, wo er
diesen vor der Schalke Fankurve eine halbe Minute in der Luft balancierte.
Die Presse suchte eine Steigerung zum „König von Westfalen“, der Kaiser war
geboren.
Medienfigur
Schon 1966 versuchte er seinen Ruhm als Fußballer auch als Sänger zu
vermarkten und nahm eine Schallplatte mit dem Titel "Gute Freunde kann
niemand trennen" auf. Der Titel wird auch heute immer wieder eingespielt,
wenn über ihn berichtet wird. Mit dieser Single kam er Ende 1966 in den
Charts bis auf Platz 31. Für den Tütensuppenproduzenten Knorr machte er
Werbung für Suppen (Slogan: "Kraft in den Teller - Knorr auf den Tisch").
Wert des Deals: 12.000 Mark.[3]
Nach seiner aktiven Zeit als Sportler und Trainer nutzte er seine
Popularität als Fernseh-Kommentator sowie für eine eigene Kolumne bei der
Bild-Zeitung und wirbt im In- und Ausland für zahlreiche Produkte. Die
Werbung mit dem Spruch "Ja ist denn heut schon Weihnachten" wurde geradezu
sprichwörtlich und lief drei Jahre im deutschen Fernsehen. Ein bekannter
Spruch darüber hinaus ist "Da legst di nieder", der aus der O2-Werbung
stammt. Mit seinen Werbeverträgen ist er mittlerweile noch erfolgreicher als
in seiner Fußballkarriere. Beckenbauer wurde zu seinem 60. Geburtstag mit
einer Gala im ZDF geehrt.
Privates
Beckenbauer war von 1966 bis 1990 in erster Ehe verheiratet. Aus der Ehe
stammen zwei Söhne, darunter Stefan Beckenbauer, sowie ein Adoptivsohn. Von
1977 bis 1988 war die Fotografin Diane Sandmann Beckenbauers
Lebensgefährtin. Die 1990 geschlossene Ehe mit seiner zweiten Ehefrau
Sybille wurde 2004 geschieden. Am 23. Juni 2006, dem Tag der letzten
Vorrundenspiele der Fußballweltmeisterschaft 2006, heiratete Beckenbauer ein
drittes Mal. Aus der Verbindung stammen zwei Kinder.
Beckenbauer lebt seit 1982 in Österreich, während er beruflich nach wie vor
in Deutschland tätig ist. Kritiker wiesen in der Vergangenheit wiederholt
darauf hin, dass Beckenbauer Deutschland als optimalen Lebensmittelpunkt
schilderte, während er selbst Österreich als Lebensmittelpunkt wählte und
verwiesen in diesem Zusammenhang auf das österreichische Steuersystem. Die
österreichische Post gab am 12. April 2006 eine Briefmarke für 75 Cent zu
seinen Ehren heraus (Michel-Nr. 2579). Das für die Marke verwendete Bild
wurde von Andy Warhol 1977 während Beckenbauers Zeit bei Cosmos New York
gemalt.
Beckenbauer ist ein leidenschaftlicher Golfspieler mit Handicap 7 (Stand:
2005).
Soziales Engagement
Zur Unterstützung behinderter, bedürftiger und unverschuldet in Not
geratener Menschen gründete er die Franz-Beckenbauer-Stiftung.
Franz Beckenbauer engagierte sich auch für das Team der Augsburger
Benefiz-Fußballelf Datschiburger Kickers, die sich dem Fundraising für
wohltätige Zwecke verschrieben hat.
Vereine
1962–77: FC Bayern München (396 Spiele / 44 Tore)
1977–80, 05-11/1983: Cosmos New York (132 Spiele / 23 Tore)
11/1980–82: Hamburger SV (28 Spiele / 0 Tore)
Erfolge
Erfolge als Spieler
Weltmeister (1974)
Vizeweltmeister (1966)
WM-Dritter (1970)
Europameister (1972)
Vizeeuropameister (1976)
- Europapokal-der-Landesmeister-Sieger (1974, 1975 und 1976) mit Bayern
München
- UEFA-Cup-Zweiter (1982) mit Hamburger SV
- Europapokal der Pokalsieger: Sieger (1967) mit Bayern München
- Weltpokalsieger: (1976) mit Bayern München
- Deutscher Pokalsieger: (DFB-Pokal 1966, DFB-Pokal 1967, DFB-Pokal 1969 und
- DFB-Pokal 1971) mit Bayern München
- Deutscher Meister: (1969, 1972, 1973, 1974) mit Bayern München sowie
(1982) mit Hamburger SV
- Fußball-Bundesliga: Platz 2 (1970, 1971) mit Bayern München sowie (1981)
mit
Hamburger SV
- US Liga: US Meister (Soccer Bowl): (1977, 1978, 1980) mit Cosmos New York
Erfolge als Trainer
- Weltmeister 1990 mit Deutschland
- Vizeweltmeister 1986 mit Deutschland
- UEFA-Cup-Sieger 1996 mit Bayern München
- Deutscher Meister 1994 mit Bayern München
- Fußball-Bundesliga-Zweiter: 1996 mit Bayern München
Erfolge als Sportfunktionär
- Der FC Bayern München hat unter seiner Präsidentschaft die Position als
führender Fußballverein in Deutschland und als einer der renommiertesten
Fußballvereine weltweit ausgebaut.
- Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde, auch aufgrund seines
Engagements,
in Deutschland ausgetragen.
Auszeichnungen
- Ehrennadel der FIFA
- 1966 Silbernes Lorbeerblatt
- 1967 Silbernes Lorbeerblatt
- 1976 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland
- 1982 Bayerischer Verdienstorden
- 1986 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland
- 1986 Bambi
- 1990 Bambi
- 1995 Bambi
- 1999 Platz 3 bei der Wahl zum Weltfußballer des 20. Jahrhunderts
- 2000 Bambi
- 2004 Jahrhundert-Verdienstorden des Fußball-Weltverbandes FIFA
- 2004 Ehrendoktor der Nationalen Sportakademie Sofia
- 2005 Bambi in der Kategorie Millennium-Bambi
- 2005 Persönlicher Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten beim
Bayerischen
Sportpreis
- 2006 Großer Verdienstorden am Bande (höchste Auszeichnung) des
Südamerikanischen Fußballverbandes Conmebol.
- 2006 Auszeichnung mit der „Goldenen Sportpyramide“ der Deutschen
Sporthilfe
für sein Lebenswerk
- 2006 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik
Deutschland
- 2006 Walther-Bensemann-Sonderpreis bei der Verleihung des Deutschen
Fußball-Kulturpreises
- 2007 Auszeichnung "Genie des Weltfußballs" durch die IFFHS
- 2007 Laureus World Sports Awards Preis für das Lebenswerk
Lesen sie mehr bei Sporthelden.de:
WM 1974 - Kaiserkrönung in München
Der Moment
Die Highlights
Das Stenogramm
Sporthelden.de Interview mit Heinz Flohe
Steckbrief und Kurzporträt Heinz Flohe
Das Video: Gerd Müller besorgt die Entscheidung (YouTube)
WM-Statistik der DFB-Elf
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30. Januar 2008, 07:16 UTC. URL:
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(Abgerufen: 15. Februar 2008, 15:06 UTC)
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