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Gottfried Freiherr von Cramm,
auch genannt der Tennis-Baron (* 7. Juli 1909 in Nettlingen im Landkreis
Hildesheim, † 9. November 1976 bei Kairo, Ägypten), war ein deutscher
Tennisspieler und entstammte dem südost-niedersächsischen Adelsgeschlecht
derer von Cramm. Gottfried Freiherr von Cramm spielte 101 mal für
Deutschland im Davis-Cup und konnte dabei 82 Spiele im Einzel und Doppel
gewinnen. In den 30er Jahren war er trotz kritischer Haltung zum
Nationalsozialismus ein außerordentlich populärer Sportler, der zum Ende des
Zweiten Weltkrieges aus Deutschland floh.
Leben
Jugend
Gottfried Freiherr von Cramm kam als drittältester Sohn von Burghard von
Cramm und Ehefrau Jutta, geborene von Steinberg, im Schloss Nettlingen auf
die Welt. Er hatte sechs Brüder und wuchs auf dem elterlichen Schloss und
Rittergut in Brüggen auf. Er genoß Privatunterricht auf dem Schloss und
legte das Abitur ab. Schon früh war der Berufswunsch des Tennisspielers
vorhanden.
Zeit des Nationalsozialismus
Seine erste, kurze Ehe scheiterte 1937. Zu dieser Zeit hatte er in Ägypten
eine kurze Romanze mit der Woolworth-Erbin Barbara Hutton. Am 5. März 1938
wurde er jedoch wegen einer ganz anderen Liebesbeziehung von der Gestapo
inhaftiert und zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt. Laut der
Urteilsbegründung vom 14. Mai 1938 habe er gegen den § 175 des
Reichsstrafgesetzbuches verstoßen, in dem er eine homosexuelle Beziehung zu
dem jüdischen Schauspieler Manasse Herbst unterhalten und ihm durch
finanzielle Unterstützung die Flucht aus Deutschland ermöglicht habe. Die
Umstände ließen darauf schließen, dass die Nazis mit strafrechtlicher
Verfolgung gegen eine politisch unliebsame Person vorgingen. Er stand nicht
hinter dem Regime und weigerte sich, der NSDAP beizutreten. Auch während
seiner Tennis-Weltreise 1937/38 (siehe Tennissport) vertrat er nicht in
gewünschter Weise den nationalsozialistischen Sport und erweckte beim Regime
den Eindruck politischer Unzuverlässigkeit. Freiherr von Cramm wurde in das
Strafgefangenenlager Rollwald verbracht. Nach einem halben Jahr Haft wurde
er wegen guter Führung auf Bewährung vorzeitig entlassen.
1940 wurde Freiherr von Cramm in die Wehrmacht einberufen und an die
Ostfront geschickt. 1942 wurde er als Vorbestrafter, der kein Offizier
werden konnte, entlassen. In der Folge reiste er oft nach Schweden und
setzte sich im letzten Kriegsjahr 1945 dorthin ab. Gottfried Freiherr von
Cramm hielt sich dort mit Unterstützung des tennisinteressierten
schwedischen Königs Gustav V. als Flüchtling auf.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Krieg wurde er 1948 Besitzer des Rittergutes Wispenstein bei
Alfeld, wo er seinen Wohnsitz nahm. Die von Cramms hatten ihren Besitz
kurzerhand an die sieben Söhne aufgeteilt, weil sie Besitzverlust durch eine
Bodenreform befürchteten. Das Gut ließ Freiherr von Cramm verwalten und
verbrachte wegen seiner sportlichen Karriere dort nur wenig Zeit. Beruflich
wechselt er in den Kaufmannsberuf und gründete 1951 in Hamburg eine
Importfirma für ägyptische Baumwolle.
1951 begegnete er Barbara Hutton in Deutschland wieder und machte sie 1955
als 5. Ehemann zur Freifrau von Cramm. Die Ehepartner waren jedoch
geschäftlich getrennt unterwegs, und die Ehe scheiterte schon 2 Jahre
später, wurde aber erst 1960 geschieden.
Gottfried Freiherr von Cramm starb 1976 während einer Geschäftsreise bei
einem Autounfall in der Nähe von Kairo in Ägypten. Nach ihm ist ein Weg in
Berlin benannt, an dem die Tennisanlage des Vereins LTTC Rot-Weiß Berlin
liegt, dem Freiherr von Cramm angehörte. Sein Grab befindet sich bei der
Familienkapelle derer von Cramm in Oelber am weißen Wege nahe dem Schloss
Oelber. Postum wurde er 1977 als erster Deutscher in die International
Tennis Hall of Fame, ein Tennismuseum in den USA, aufgenommen.
Tennissport
Gottfried Freiherr von Cramm begann mit dem Tennisspiel im Alter von elf
Jahren. Der Verlust der rechten Zeigefingerkuppe durch einen Pferdebiss
beeinträchtigte ihn dabei nicht. Nach dem Abitur zog er nach Berlin, um Jura
für seine angestrebte Diplomatenlaufbahn zu studieren. Beim Tennis im
Spitzenclub Rot-Weiß wurde sein Talent erkannt und er tauchte schon bald in
der deutschen Tennis-Rangliste auf. Aufgrund der Teilnahme an Turnieren im
europäischen Ausland brach er sein Studium ab und erreichte schon 1934 die
Welt-Tennis-Elite. In dieser Zeit war er neben Max Schmeling der populärste
Sportler Deutschlands.
1937 ging Freiherr von Cramm im Auftrag des Deutschen Tennis-Bundes mit
anderen Spitzenspielern per Schiff auf eine Weltreise. Er vertrat bei
Turnieren in den USA, Japan, Indonesien und Australien das deutsche Tennis
in der Welt. Bei seiner Rückkehr 1938 nach 200 Tagen wurde ein Empfang durch
den Reichssportführer in Berlin abgesagt. Einen Tag nach der Ankunft wurde
er inhaftiert und angeklagt (siehe Inhaftierung). 1939 weigerten sich die
Verantwortlichen in Wimbledon, ihn als Vorbestraften an ihrem Tennisturnier
teilnehmen zu lassen. Kurz zuvor hatte er bei dem Vorbereitungsturnier in
Queens im Finale den späteren Wimbledonsieger Bobby Riggs mit 6:0 und 6:1
besiegt.
Nach dem Krieg setzte er seine Tennislaufbahn fort und wurde 1947 sowie 1948
zum ersten Sportler des Jahres in Deutschland gewählt. Er war am
Wiederaufbau des deutschen Tennissports beteiligt und Mitbegründer des
Deutschen Tennis-Bundes. Auch förderte er den Tennisnachwuchs. Als fast
zweiundvierzigjähriger nahm er 1951 noch einmal (erfolglos) am
Wimbledon-Turnier teil und bestritt sein letztes Davis-Cup-Match 1953.
Fair Play
Gottfried Freiherr von Cramm als populärster Tennisspieler seiner Zeit
war ein großer Vertreter von Fair Play. Die Presse bezeichnete ihn als
würdevollen Verlierer und als elegantesten sowie anmutigsten Spieler aller
Zeiten.
Zitat eines Spielgegners:
„Er spielte schönes, einfach beneidenswert schönes Tennis, das war ihm
wichtiger als der Sieg!“
Größte Erfolge
Gottfried Freiherr von Cramm war dreimal unterlegener Finalist in Wimbledon
(1935, 1936, 1937), gewann aber 1933 das Mixed. Zweimal gewann er die French
Open (1934, 1936). Sechs Mal gewann er das Turnier am Hamburger Rothenbaum
(1932, 1933, 1934, 1935, 1948, 1949).
Die US Open konnte er 1937 im Doppel gewinnen (zusammen mit Henner Henkel).
In Wimbledon war er mit Hilde Krahwinkel 1933 im Mixed erfolgreich
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Dieser Artikel
basiert auf dem Artikel Gottfried von Cramm. aus der freien
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Artikel Gottfried
von Cramm. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11.
Januar 2008, 01:00 UTC. URL:
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(Abgerufen: 15. Februar 2008, 20:02 UTC)
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