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Christine Marie Evert (* 21.
Dezember 1954 in Fort Lauderdale) ist eine ehemalige US-amerikanische
Tennisspielerin und Weltranglisten-Erste. Sie zählt zu den erfolgreichsten
Spielerinnen aller Zeiten. Als eine der ersten Spielerinnen überhaupt
spielte sie die beidhändige Rückhand. Unvergessen sind die Duelle der
Grundlinienspielerin und Sandplatzspezialistin mit Martina Navrátilová, der
anderen großen Spielerin der siebziger und achtziger Jahre. Evert erklärte
im Jahr 1989 ihren Rücktritt.
Leben
Die Anfänge
Bereits im Alter von fünf Jahren kam Chris Evert mit dem Tennisspielen in
Berührung. Vater Jimmy Evert, selbst ein professioneller Tennisspieler und
1947 siegreich bei den Canadian Championships, förderte das Interesse seiner
Tochter nach Kräften. Noch zu schwach, um den Schläger auf der Rückhandseite
einhändig zu halten und auszuführen, entwickelte sie aus eigenem Antrieb als
erste Spielerin überhaupt einen beidhändigen Rückhandschlag. Dieser sollte
später zu einem gefürchteten und oft kopierten Markenzeichen werden.
Bereits 1969 wurde Evert in den USA als Beste der Untervierzehnjährigen
geführt. Für erste Schlagzeilen sorgte die Schülerin bereits ein Jahr
später, als die Fünfzehnjährige bei einem kleinen Sandplatzurnier in Nord
Carolina erst die französische Weltklassespielerin Francoise Durr und dann
die damalige Weltranglisten-Erste und Tennis-Legende Margaret Smith Court
7:6 und 7:6 bezwang. Court hatte im Jahr zuvor als zweite Spielerin
überhaupt den Grand Slam gewonnen.
Im Folgejahr setzte die Amerikanerin ihren stetigen und unaufhaltsamen
Aufstieg fort. Als Gewinnerin der amerikanischen Jugendmeisterschaften einer
Einladung des US Verbands folgend, gab Evert ihr Debüt auf der
Grad-Slam-Bühne bei den US Open in Forrest Hills. Die sechzehnjährige
Schülerin schlug in Folge Edda Budding, Mary Ann Eisel, die an Nummer Fünf
gesetzte Französin Francoise Durr sowie ihre Landsfrau Lesley Hunt und
scheiterte erst im Halbfinale gegen Billie Jean King. Evert wurde mit 16
Jahren, 8 Monaten und 20 Tagen die bis dahin jüngste Spielerin, die ins
Halbfinale der US Open einzog. Hierbei offenbarte die Schülerin bereits jene
Stärken, die sich in den Folgejahren zu ihren Markenzeichen entwickelten:
Everts Spiel zeichnete sich durch eine bis dahin ungekannte Härte und
Präzision in den Grundlinienschlägen aus. Nebenbei beeindruckte die
Newcomerin mit beeindruckender Nervenstärke, die ihr in der Presse schon
bald den Beinamen Ice Maiden verschaffte: Ungewöhnlich oft gelang es der
Sechzehnjährigen, schon verloren geglaubte Spiele noch zu wenden. Gegen die
Amerikanerin Eisel gelang es Chris Evert beim Stand von 6:5 und 40:0 im
zweiten Satz, sechs Matchbälle abzuwehren, ehe sie den letzten Durchgang mit
6:1 gewann.
Trotz Everts frühem Erfolg setzte Vater Jimmy Evert auf einen behutsamen
Aufbau seiner Tochter. Im Folgejahr 1972 verzichtete Evert auf die
Australian Open und die French Open, erreichte aber die Halbfinals von
Wimbledon und Forrest Hills.
1973 setzte sich Everts konstanter Aufstieg fort. Die Achtzehnjährige
erreichte die Finals von Paris und Wimbledon, zog zum dritten Mal in Folge
ins Halbfinale der US Open ein und verzichtete erneut auf die Australian
Open am Jahresende.
1974–1978: Jahre der Dominanz
Das Folgejahr brachte Everts endgültigen Durchbruch und markierte den Beginn
einer Periode der unumschränkten Dominanz der jungen Amerikanerin, die,
abgesehen von einer kurzen Unterbrechung 1976, bis 1978 Weltranglisten-Erste
blieb.
Die nun Neunzehnjährige gewann 1974 die French Open und Wimbledon, erreichte
das Finale in Australien, stand bei den US Open erneut im Semifinale und
übernahm die Weltranglistenführung. Mit dem Gewinn ihres ersten Major-Titels
in Paris begann auch eine einzigartige Serie von fortwährenden
Grand-Slam-Titel-Gewinnen, die bis ins Jahr 1986 anhalten sollte und in der
die Amerikanerin insgesamt 18 große Titel errang. Schon 1973 begann auch
eine weitere Rekordserie: Trotz ihrer Erfolge auf allen Bodenbelägen blieb
das Sandplatzspiel klar Everts größte Domäne: Zwischen 1973 und 1979 war die
US-Amerikanerin in ununterbrochener Folge 125-mal siegreich – ein bis heute
unerreichter Rekord.
1975 gewann Evert erneut zwei Majors. Sie wiederholte ihren Vorjahressieg
bei den French Open, stand im Wimbledon-Halbfimnale und errang in der Folge
ihren ersten US-Open-Titel gegen Evonne Goolagong, den sie in
ununterbrochener Folge dreimal verteidigte. Mit einigen kurzen
Unterbrechungen stand Evert während der nächsten fünf Jahre an der Spitze
der Tennis-Weltrangliste.
1976 errang Evert mit einem engen Dreisatz-Erfolg erneut die
Wimbledon-Krone. Gegnerin war erneut die Australierin Evonne Goolagong, die
sich bis Mitte der 1970er Jahre mehr und mehr zur hartnäckigen Rivalin der
US-Amerikanerin entwickelte. Evert gewann den ersten Durchgang mit 6:3,
verlor den zweiten mit 4:6 und lag im dritten Durchgang schon mit 0:2
zurück, bevor sie das Match wenden konnte und schließlich mit 8:6
triumphierte. Beide trafen insgesamt 33-mal aufeinander. Doch Evert blieb
mit insgesamt 21 Siegen klar die dominierende Spielerin des Welttennis. Ihr
nervenstarkes, beherrschtes und insgesamt kühles Auftreten auf dem Platz
brachte ihr den Spitznamen Ice Maiden ein.
Die beiden Folgejahre entwickelten sich für Evert weniger erfolgreich. Nach
dem jeweilgen Verzicht auf die Australian Open und Paris, stand die
Amerikanerin 1977 nur im Halbfinale von Wimbledon und verteidigte ihre US
Open-Krone. In den Jahren 1976 bis 1978 verzichtete Evert auf die French
Open, um, wie die anderen Top Spielerinnen, am World-Team-Tennis-Event
teilzunehmen, das Billy Jean King organisiert hatte. Auch 1978 spielte Evert
nur zwei Masters, stand im Finale an der Church Road und errang erneut den
Sieg bei den Offenen Amerikanischen Meisterschaften.
1978: Beginn eines ewigen Duells – Chris Evert und Martina Navrátilová [Bearbeiten]Ende
der 1970er Jahre endete die Ära der unumschränkten Herrschaft Everts. Mit
Martina Navrátilová trat eine neue Rivalin ins Blickfeld der
US-Amerikanerin, die die alleinige Dominanz von Evert beendete und eine
zweite Periode in der Karriere der Amerikanerin einleitete. Das in
sportlicher Hinsicht erbittert ausgetragene Duell der beiden Spielerinnen
prägte die nächste Dekade des Damentennis, trieb den Tennissport auf ein
neues Niveau der Professionalisierung und gilt als eine der eindrücklichsten
Rivalitäten der Sportgeschichte. In den insgesamt 80 Aufeinandertreffen
siegte Evert 37-mal, Navrátilová gewann 43 Spiele. Beide Spielerinnen
beendeten ihre Karrieren mit je 18 Grand-Slam-Einzeltiteln.
Seit 1973, als Evert und Navrátilová erstmals aufeinander trafen, hatte
Evert die Tschechoslowakin sicher beherrscht. Am Ende des Jahres 1977 stand
die Amerikanerin bei insgesamt 26 Begegnungen mit 22 Siegen zu Buche,
während Navrátilová nur viermal hatte gewinnen können. Dies änderte sich
1978, als Navrátilová beim Wimbledon-Vorbereitungsturnier in Eastbourne
gewann und den Titel in Wimbledon errang, den sie auch im Folgejahr
verteidigte.
Auch Evert errang 1978 und 1979 jeweils einen Grand-Slam-Titel. Während sie
bei den US Open jeweils im Halbfinale gegen Navrátilová siegte, triumphierte
diese im Finale beider Wimbledon-Turniere.
1985: Letzter Sieg in Paris und Rückkehr an die Weltranglistenspitze
Ihre letzten beiden Grand-Slam-Siege errang Evert auf der roten Asche der
French Open, wo sie einmal mehr ihrer Dauerrivalin Navrátilová
gegenüberstand. Im Jahr 1985, als sie in einem engen Dreisatzmatch 6:3, 6:7
und 7:5 gewann, erklomm sie ein fünftes und letztes Mal die Spitze der
Weltrangliste. Auch 1986 hieß ihre Gegnerin Martina Navrátilová und Evert
verbuchte mit 2:6, 6:3, 6:3 ihren letzten Grand-Slam-Triumph. 1988 gelang es
ihr, mittlerweile 34-jährig, noch einmal ins Finale eines der bedeutendsten
Turniere einzuziehen. Im Finale der Australian Open unterlag sie der knapp
19 Jahre alten späteren Grand-Slam-Gewinnerin Steffi Graf in zwei Sätzen.
WTA-Präsidentschaft und Karriereende
Evert beendete ihre Karriere im Jahr 1989.
Wie schon einmal in den Jahren 1975 und 1976 hatte sie 1983 erneut die
Präsidentschaft in der WTA, der Women's Tennis Association, übernommen,
welche sie bis zum Jahr 1991 innehatte.
1995 wurde Evert in die Hall of Fame des Tennisports aufgenommen.
Privates
Anfang der 1970er Jahre war Evert mit dem Weltranglisten-Ersten Jimmy
Connors liiert. 1979 heiratete sie den britischen Tennisspieler John Lloyd.
Nach der Scheidung im Jahr 1987 heiratete sie 1988 den ehemaligen
Skirennläufer Andy Mill, mit welchem sie drei Kinder hat. In beidseitigem
Einvernehmen reichten sie am 20. Oktober 2006 nach 18 Jahren Ehe die
Scheidung ein. Derzeit ist Chris Evert mit dem australischen Profigolfer
Greg Norman verlobt.
Erfolge
Chris Evert war die erste Tennisspielerin, die 1000 Siege im Einzel
erzielte. Mit einer Karrierebilanz von insgesamt 1309 Siegen, 146
Niederlagen und einer Erfolgsquote von 90 % ist Evert bis heute die
erfolgreichste Einzelspielerin. Evert stand insgesamt fünfmal an der Spitze
der Tennis-Weltrangliste. Sie errang 18 Grand-Slam-Siege im Einzel und wird
hier nur durch Margaret Smith Court (24), Steffi Graf (22) und Helen Wills
Moody (19) übertroffen. Mit insgesamt sieben Erfolgen im Damen-Einzel ist
Evert bis heute Rekordhalterin bei den French Open. Ihre 157 Einzeltitel bei
WTA- und Grand-Slam-Turnieren bedeuten den zweiten Platz hinter Martina
Navrátilová, die 167 Turniersiege für sich verbuchen kann.
1974 gewann Evert 56 Spiele in Folge und errang zwischen 1974 und 1986 jedes
Jahr mindestens einen Grand-Slam-Titel. Zwischen 1973 und 1979 blieb sie auf
Sand 125-mal in ununterbrochener Folge siegreich (Rekord) und erreichte bei
insgesamt 52 von 56 gespielten Grand-Slam-Turnieren, an denen sie teilnahm,
mindestens das Halbfinale (Rekord). Evert gewann viermal die WTA Tour
Championships und ist achtfache Federation-Cup-Siegerin mit dem Team der
USA.
Grand-Slam-Siege Einzel
Australian Open (2): 1982, 1984
French Open (7): 1974, 1975, 1979, 1980, 1983, 1985, 1986
Wimbledon (3): 1974, 1976, 1981
US Open (6): 1975, 1976, 1977, 1978, 1980, 1982
Siege
| Jahr |
Turnier |
Gegnerin |
Ergebnis |
| 1974 |
French Open |
Olga Morozova |
6:1, 6:2 |
| 1974 |
Wimbledon |
Olga Morozova |
6:0, 6:4 |
| 1975 |
French Open |
Martina Navrátilová |
2:6, 6:2, 6:1 |
| 1975 |
US Open |
Evonne Goolagong |
5:7, 6:4, 6:2 |
| 1976 |
Wimbledon |
Evonne Goolagong |
6:3, 4:6, 8:6 |
| 1976 |
US Open |
Evonne Goolagong |
6:3, 6:0 |
| 1977 |
US Open |
Wendy Turnbull |
7:6, 6:2 |
| 1978 |
US Open |
Pam Shriver |
7:5, 6:4 |
| 1979 |
French Open |
Wendy Turnbull |
6:2, 6:0 |
| 1980 |
French Open |
Virginia Ruzici |
6:0, 6:3 |
| 1980 |
US Open |
Hana Mandlikova |
5:7, 6:1, 6:1 |
| 1981 |
Wimbledon |
Hana Mandlikova |
6:2, 6:2 |
| 1982 |
Australian Open |
Martina Navrátilová |
6:3, 2:6, 6:3 |
| 1982 |
US Open |
Hana Mandlikova |
6:3, 6:1 |
| 1983 |
French Open |
Mima Jausovec |
6:1, 6:2 |
| 1984 |
Australian Open |
Helena Sukova |
6:7, 6:1, 6:3 |
| 1985 |
French Open |
Martina Navrátilová |
6:3, 6:7, 7:5 |
| 1986 |
French Open |
Martina Navrátilová |
2:6, 6:3, 6:3 |
Rekorde
- Siegesquote 90,0 % (1309 Siege, 146 Niederlagen /
Zweite: Steffi Graf, 88,9 %)
- Gewinn mindestens eines Grand-Slam-Titels jährlich über 13 Jahre
(zwischen 1974 und 1986)
- bei 52 von 56 gespielten Grand-Slam-Turnieren mindestens im Halbfinale
- 125 Siege auf Sand in ununterbrochener Folge (1973–1979)
- Siebenfache Siegerin der French Open im Damen-Einzel
Ehrungen
- Viermalige Wahl zur Sportlerin des Jahres durch Associated Press
- Auszeichnung mit dem Sportswomen of the Year Award durch
Sports Illustrated (1976)
- Einzug in die International Tennis Hall of Fame (1995)
- Wahl auf den 4. Platz der 40 Greatest Players in the TENNIS era
durch Tennis Magazine (2005)
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(Abgerufen: 15. Februar 2008, 07:44 UTC)
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