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Rolf Milser
(* 28. Juni 1951 in Bernburg (Saale)) ist ein ehemaliger deutscher
Gewichtheber.
Werdegang
Rolf Milser, im anhaltischen Bernburg (Saale) geboren, wuchs in Duisburg
auf. In Duisburg-Hochfeld fand der sportlich sehr begabte Jugendliche zum
Gewichtheben. Bei der Hochfelder Athleten Gesellschaft trainierte er recht
fleißig und startete 1968 erstmals bei den deutschen Jugendmeisterschaften,
wo er mit 255 kg im Dreikampf in der Klasse bis 70 kg Körpergewicht den 9.
Platz belegte. In den folgenden Jahren kam er rasch vorwärts und verbesserte
sich bis 1972 fast jedes Jahr um ca. 50 kg im Dreikampf. 1971 gewann er die
deutsche Juniorenmeisterschaft im Leichtschwergewicht (bis 82,5 kg
Körpergewicht) mit 412,5 kg und 1972 wurde er erstmals deutscher Meister und
durfte bei den Olympischen Spielen in München an den Start gehen, wo er,
erst 21 Jahre alt, recht gut abschnitt. Leider wurde nach diesen Olympischen
Spielen das Drücken abgeschafft, eine Disziplin, in der Rolf Milser
außerordentlich stark war. In seiner nun folgenden langen Karriere wurde er
sechsfacher Weltmeister und gewann viele Medaillen bei Welt- und
Europameisterschaften. Er musste und konnte auch Niederlagen einstecken, so
bei den Olympischen Spielen 1976, wo er von Krämpfen gepeinigt im Reißen
keinen gültigen Versuch zustande brachte, oder wie bei den
Weltmeisterschaften 1981 in Lille, wo er dreimal das schon umgesetzte
Gewicht nicht ausstoßen konnte. Zur Krönung seiner Laufbahn wurden die
Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles, wo er Olympiasieger in der Klasse
bis 100 kg Körpergewicht (1. Schwergewicht) wurde.
Nach seiner Karriere als aktiver Gewichtheber war Rolf Milser 12 Jahre lang
Bundestrainer der deutschen Gewichtheber und 5 Jahre lang Präsident des
Verbandes Deutscher Diplom-Trainer (VDDT). Auch als Schauspieler war er
erfolgreich, drehte er doch einen abendfüllenden Spielfilm mit Jürgen
Hingsen.
Heute betreibt Rolf Milser ein Hotel in Duisburg-Huckingen, in dem unter
anderem die monegassische Fürstenfamilie zum Champions-League-Finale 2004
wohnte und zur FIFA WM 2006 die italienische Fußballnationalmannschaft
untergebracht war. Architekt des Hotels ist der Mülheimer Architekt Wolfgang
Kamieth BDA.
Internationale Erfolge/Mehrkampf]
(OS =
Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaften, EM = Europameisterschaften, Ls
= Leichtschwergewicht, Ms = Mittelschwergewicht, 1.S = 1. Schwergewicht,
Wettbewerbe bis 1972 im olympischen Dreikampf, bestehend aus Drücken, Reißen
und Stoßen und seit 1973 im Zweikampf, bestehend aus Reißen und Stoßen))
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1972,
5. Platz, EM in Constanţa, Ls, mit 477,5 kg, hinter Boris Pawlow,
UdSSR, 512,5 kg, Leif Jensen, Norwegen, 505 kg, Kaarlo Kangasniemi,
Finnland, 495 kg und Norbert Ozimek, Polen, 485 kg;
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1972,
7. Platz, OS in München, Ls, mit 477,5 kg, hinter Jensen, 507,5 kg,
Ozimek, 497,5 kg, György Horvath, Ungarn, 495 kg, Bernhard Radtke, DDR,
492,5 kg Christos Iakovou, Griechenland, 490 kg und Kangasniemi, 480 kg;
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1973,
1. Platz, EG-Pokalturnier, Ls, mit 312,5 kg, vor Zuttermann, Belgien,
277,5 kg und Jürgen Wegel, Deutschland, 275 kg;
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1973,
6. Platz, EM in Madrid, Ls, mit 325 kg, hinter Walentin Ryschenkow,
UdSSR, 352,5 kg, R. Rusew, Bulgarien, 335 kg, Frank Zielecke, DDR, 332,5
kg, Horvath, 330 kg und S. Sochanski, Polen, 325 kg;
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1973,
4. Platz, WM in Havanna, Ls, mit 332,5 kg, hinter Rischenkow, 350 kg,
Zielecke, 347,5 kg und Sochanski, 332,5 kg;
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1974,
2. Platz, Großer Preis der UdSSR in Eriwan, Ls, mit 317,5 kg, hinter
Rischenkow, 360 kg und vor Markow, Bulgarien, 297,5 kg;
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1974,
9. Platz, EM in Verona, Ls, mit 300 kg (Verletzung beim Reißen),
Sieger: Rizhenkow, 357,5 kg, vor Stoitschew, Bulgarien, 347,5 kg;
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1974,
3. Platz, WM in Manila, Ls, mit 347,5 kg, hinter Stoitchew, 350 kg und
Leif Jensen, Norwegen, 350 kg;
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1975,
1. Platz, Donau Cup in Donaueschingen, Ls, mit 347,5 kg, vor Petkow,
Bulgarien, 345 kg und Peter Baczako, Ungarn, 325 kg;
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1975,
4. Platz, WM + EM in Moskau, Ls, mit 347,5 kg, hinter Waleri Schari,
UdSSR, 357,5 kg, Stoitschew, 357,5 kg und Juhani Avellan, Finnland, 350
kg;
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1976 4.
Platz, EM in Berlin, Ls, mit 357,5 kg, hinter Shary, 367,5 kg, Blagoi
Blagoew, Bulgarien, 365 kg und Stoitschew, 365 kg;
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1976,
unplaziert, OS in Montreal, Ls, nach drei Fehlversuchen im Reißen,
Sieger: Shary, 365 kg vor Blagojew, 360 kg und Stoitchew, 360 kg; Blagojew
wurde anschließend des Dopings überführt. Die Silbermedaille wurde ihm
aberkannt.
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1977,
2. Platz (2. Platz), WM + EM in Stuttgart, Ms, mit 370 kg,
hinter Sergej Poltoratzki, UdSSR, 375 kg und vor Alberto Blanco, Kuba, 355
kg;
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1978,
1. Platz, EG-Pokalturnier in Lille, Ms, mit 360 kg, vor Langford,
Großbritannien, 320 kg und de Grauwe, Belgien, 297,5 kg;
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1978,
2. Platz, EM in Havířov, Ms, mit 375 kg, hinter David Rigert, UdSSR,
397,5 kg und vor Andon Nikolov, Bulgarien, 352,5 kg;
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1978,
1. Platz, WM in Gettysburg, Ms, mit 377,5 kg, vor Gennadi Bessonow,
UdSSR, 375 kg und Antalovics, Ungarn, 367,5 kg;
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1979,
1. Platz, EG-Pokalturnier in Kassel, Ms, mit 362,5 kg, vor Pierre
Gourrier, Frankreich, 330 kg und Helmut Müller, Deutschland, 320 kg;
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1979,
1. Platz, EM in Warna, Ms, mit 382,5 kg, vor Baczako, 370 kg und V.
Shary, 370 kg;
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1979,
2. Platz, WM in Saloniki, Ms, mit 377,5 kg, hinter Bessonow, 380 kg
und vor Witold Wala, Polen, 362,5 kg;
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1980,
1. Platz, Baltic Cup, Ms, mit 370 kg, vor Bessonow, 350 kg und Gerd
Kennel, Deutschland, 347,5 kg;
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1981,
unplaziert, WM + EM in Lille, nach drei Fehlversuchen im Stoßen;
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1982,
4. Platz (4. Platz), WM + EM in Ljubljana, 1.S., mit 372,5 kg,
hinter Viktor Sots, UdSSR, 422,5 kg, Yuri Zakharewich, UdSSR, 420 kg und
Matykiewicz, Polen, 397,5 kg;
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1983,
2. Platz, EG-Pokalturnier in Kopenhagen, 1.S., mit 377,5 kg, hinter
Norbert Oberburger, Italien, 387,5 kg und vor Panayotakis, Griechenland,
352,5 kg;
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1983,
6. Platz, WM + EM in Moskau, 1.S., mit 390 kg, hinter Pavel Kuznezow,
UdSSR, 422,5 kg, Alexander Popow, UdSSR, 422,5 kg, Andrzej Komar, Polen,
407,5 kg, Vasile Groapa, Rumänien, 397,5 kg und Wladislaw Barton, CSSR,
395 kg;
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1984,
Goldmedaille, OS in Los Angeles, 1. S., mit 385 kg, vor Groapa, 382,5
kg und Pekka Niemi, Finnland, 367,5 kg
Medaillen
Einzeldisziplinen
(in den Gewichtsklassen Ls, Ms und 1.S,)
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WM-Goldmedaillen: 1975, Stoßen, 200 kg - 1976, Stoßen, 205 kg - 1977,
Stoßen, 207,5 kg - 1978, Stoßen, 215 kg - 1979, Stoßen, 212,5 kg
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WM-Silbermedaillen: 1977, Reißen, 162,5 kg - 1979, Reißen, 165 kg - 1984,
Reißen, 167,5 kg - 1984, Stoßen, 217,5 kg
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WM-Bronzemedaillen: 1972, Drücken, 165 kg
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EM-Goldmedaillen: 1976, Stoßen, 207,5 kg - 1977, Stoßen, 207,5 kg - 1979,
Stoßen, 222,5 kg
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EM--Silbermedaillen: 1973, Stoßen, 190 kg - 1977, Reißen, 162,5 kg - 1978,
Stoßen, 215 kg
Deutsche
Meisterschaften
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1971,
4. Platz in Coburg, Ls, mit 430 kg, hinter Albert Huser, Mannheim, 445
kg, Albert Haag, Fellbach, 435 kg und Wolfgang Kneißl, Fellbach, 432,5 kg;
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1972,
1. Platz in Fellbach, Ls, mit 470 kg, vor Kneißl, 46o kg und Popiolek,
Sarstedt, 450 kg;
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1973,
1. Platz in Oberhausen, Ls, mit 320 kg, vor Kneißl, 295 kg und
Steinbach, Altrip, 290 kg;
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1974,
1. Platz in Mutterstadt, Ms, vor Stefan Reiß, Rettigheim, 317,5 kg und
Dartmut Daub, Hostenbach, 297,5 kg;
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1975,
1. Platz in München, Ls, mit 335 kg, vor Gerd Kennel, Hostenbach,
312,5 kg und Reinhard Ritt, Wetzgau, 307,5 kg;
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1976,
1. Platz in St. Illgen, 1. S., mit 370 kg, vor Wolfgang Neyses, Trier,
345 kg und Winfried Beer, Hostenbach, 330 kg;
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1977,
1. Platz in Fellbach, Ms, mit 375 kg, vor Kennel, 332,5 kg und Helmut
Müller, Neuaubing, 315 kg;
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1978,
1. Platz in Langen, Ms, mit 375 kg, vor Mieczyslaw Szafranski,
Wolfsburg, 300 kg;
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1979,
1. Platz in Mutterstadt, Ms, mit 362,5 kg, vor Szafranski, 317,5 kg
und Hans Beisiegel, Elz, 307,5 kg;
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1980,
1. Platz in Coburg, 1.S., mit 362,5 kg, vor Bernhard Radtke,
Wolfsburg, 345 kg und Szafranski, 320 kg;
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1981,
1. Platz in Offenburg, 1.S., mit 380 kg, vor Olaf Peters, Berlin,
342,5 kg und Erhard Keller, Mutterstadt, 327,5 kg;
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1982,
1. Platz in Wiesbaden, 1.S., mit 372,5 kg, vor Keller, 335 kg und Rolf
Richter, Kassel, 330 kg;
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1983,
1. Platz in Mutterstadt, 1. S., mit 377,5 kg, vor Frederyk Mis,
Wuppertal, 360 kg und Richter, 345 kg
Weltrekorde
Im beidarmigen Stoßen:
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207,5 kg,
1976 in Berlin, Ls,
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222,5 kg,
1979 in Warna, Ms
Daneben
stellte Rolf Milser in seiner Karriere insges. 115 deutsche Rekorde auf.
Sonstiges
1984 spielte er eine Hauptrolle in der Komödie Drei und eine halbe Portion
mit Karl Dall, Jürgen Hingsen und Patrick Bach. Rolf Milser bekannte sich in
seiner aktiven Zeit offen zur Einnahme von Anabolika. Derzeit engagiert Rolf
Milser sich als Botschafter für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der
Menschen mit Behinderung in Deutschland.
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