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  Helmut Schön


 

 

 

Helmut Schön (* 15. September 1915 in Dresden; † 23. Februar 1996 in Wiesbaden) war ein deutscher Fußballspieler und Trainer, auch genannt „der Mann mit der Mütze“ oder „der Lange“ (1,86 m).

Der Spieler Schön
Der Sohn eines Kunsthändlers arbeitete nach dem Abitur zweieinhalb Jahre bei der Sächsischen Staatsbank und bis 1945 als kaufmännischer Mitarbeiter eines pharmazeutischen Werks in Radebeul. Als Spieler wurde er mit dem Dresdner SC 1943 und 1944 Deutscher Fußballmeister, mit der SG Dresden-Friedrichstadt 1950 (als Spielertrainer) Vize-DDR-Meister und er gewann 1940 und 1941 den Tschammerpokal (Vorgänger des DFB-Pokals). Helmut Schön bestritt als Stürmer zwischen 1937 und 1941 16 Länderspiele für Deutschland und erzielte dabei 17 Treffer. Damit ist er von den Spielern mit mindestens zehn Länderspielen nach Gerd Müller der Spieler mit der zweitbesten Torquote (1,06).


Der Trainer
Als Spielertrainer trainierte er von 1945–49 die Sachsen-, von 1949–50 die Ostzonenauswahl, danach floh er wegen auf Anweisung der SED-Führung verschobener Spiele nach Westberlin. Zuvor (1947) war er nach einem kurzen Gastspiel als „Zonenspringer“ beim FC St.Pauli in Hamburg, wo er zusammen mit alten Dresdner Weggefährten wie Heiner Schaffer, Fritz Machate, Walter Dzur, Karl Miller und Heinz Hempel einige Pflichtspiele absolvierte, nach Dresden zurückgekehrt. 1950 zog es ihn nach Berlin, wo er bis Januar 1951 die Mannschaft von Hertha BSC trainierte und auch noch einige Male selbst spielte. Nach dem Sportlehrerexamen an der Sporthochschule Köln trainierte er zunächst den SV Wiesbaden und dann von 1952 bis 1956 die Auswahl des damals selbständigen Saarlands. Mit dessen Mannschaft traf er in der Qualifikation zur Fußballweltmeisterschaft 1954 auf die Deutsche Nationalmannschaft.

1956, als das Saarland ein Teil der Bundesrepublik Deutschland wurde, wurde er Assistent von Sepp Herberger, dem er am 4. November 1964 als Bundestrainer der Fußballnationalmannschaft nachfolgte.


Erfolge als Trainer
Die Deutsche Fußballnationalmannschaft wurde unter Schön 1966 Vizeweltmeister bei der WM in England, 1970 Dritter bei der WM in Mexiko, 1972 Fußballeuropameister in Belgien, 1974 Fußballweltmeister in der Bundesrepublik Deutschland und 1976 Vizeeuropameister in Jugoslawien.

Helmut Schön ist damit der bisher erfolgreichste Bundestrainer. Er ist der einzige Trainer, der in seiner Trainerlaufbahn Fußballweltmeister und Fußballeuropameister wurde. In seine Zeit fallen auch die ersten Siege gegen England (1. Juni 1968, 1:0) und Brasilien (16. Juni 1968, 2:1). Als Bundestrainer erreichte er in 139 Länderspielen 87 Siege und 30 Unentschieden. Nur 22-mal verließ Schön als Verlierer eines Länderspiels ein Stadion.


Weitere Höhepunkte Schön war Trainer bei zwei der dramatischsten Fußballspiele einer deutschen Nationalmannschaft. Seine Mannschaft unterlag 1966 im WM-Endspiel England durch das Wembley-Tor, dem umstrittensten Tor der Fußballgeschichte, mit 2:4 nach Verlängerung und 1970 Italien im Halbfinale der WM in Mexiko nach Verlängerung mit 3:4 (im so genannten Jahrhundertspiel).


Rücktritt und Tod
Bereits vor der Fußballweltmeisterschaft 1978 gab Helmut Schön bekannt, dass er nach der WM zurücktreten und sein Assistent Jupp Derwall sein Nachfolger werde. Jedoch kam es mit der 2:3-Niederlage in Córdoba gegen Österreich und dem damit verbundenen Ausscheiden bei der WM 1978 zu einem nicht gelungenen Abschied Helmut Schöns als Bundestrainer. Verabschiedet wurde er als Bundestrainer am 15. November 1978 beim Länderspiel gegen Ungarn in Frankfurt, das Spiel musste aber nach einer Stunde Spielzeit wegen Nebels abgebrochen werden.

Helmut Schön, seit 1942 verheiratet mit seiner ebenfalls aus Dresden stammenden Ehefrau Annelies und Vater von Sohn Stephan (* 1944, Physiker) starb 1996 an den Folgen der Alzheimerschen Krankheit.

Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Nordfriedhof in Wiesbaden.


Sonstiges
Udo Jürgens hat Helmut Schön das Lied „Der Mann mit der Mütze“ gewidmet, erschienen bei Ariola 1978.

Helmut Schön engagierte sich für das Team der Augsburger Benefiz-Fußballelf Datschiburger Kickers, die sich dem Fundraising für wohltätige Zwecke verschrieben hat.


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Artikel Helmut Schön. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Februar 2008, 14:09 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Helmut_Sch%C3%B6n&oldid=42848995 (Abgerufen: 27. Februar 2008, 13:05 UTC)