
Autogrammkarte Dietrich Thurau |
Dietrich Thurau (* 9. November
1954 in Frankfurt am Main) ist ein ehemaliger deutscher Radrennfahrer.
Karriere
Bereits als Jugend- und Junioren-Fahrer galt Thurau als eines der größten
westdeutschen Talente im Radsport. Nach dem Sieg bei den
Bahn-Radweltmeisterschaften 1974 im Bahnvierer („Kilian-Vierer“,
„Gold-Vierer“) trat er noch im Oktober desselben Jahres als knapp
20-jähriger zum Profi-Radsport über und wurde Mitglied der
TI-Raleigh-Mannschaft.
Als Jungprofi hatte der Didi genannte Dietrich Thurau einige Erfolge
aufzuweisen und war u.a. zweimal deutscher Straßen-Meister geworden. 1977
konnte der erst 22-jährige Thurau dann gleich seiner ersten Tour de France
den Stempel aufdrücken: Er gewann den kurzen Prolog, trug in der Folge 15
Tage lang das Gelbe Trikot des Gesamtführenden und überstand dabei auch die
Bergetappen über die Pyrenäen. Erst in den Alpen nach dem Bergzeitfahren der
15. Etappe von Morzine nach Avoriaz musste Thurau das Führungstrikot an den
späteren Sieger Bernard Thévenet abgeben.
Insgesamt erzielte er außer dem Prolog vier weitere Tageserfolge. Darunter
waren die schwere Pyrenäenetappe, die bereits am zweiten Tag der Tour von
Auch über den Col du Tourmalet nach Pau führte und das Zeitfahren der 5.
Etappe, bei dem es ihm gelang, auf einer Strecke von nur 30 Kilometer
Rekordsieger Eddy Merckx als Etappenzweiten um ganze 50 Sekunden zu
distanzieren. Bei der Zielankunft in Paris gewann Thurau als bester
Jungprofi das Weiße Trikot und kam in der Gesamtwertung auf den fünften
Rang.
Die Erfolgsstory Thuraus auf Frankreichs Straßen verhalf dem Radsport in
Deutschland kurzfristig zu einer ungeahnten Popularität, vergleichbar nur
mit dem Tourfieber, das Jan Ullrichs Sieg zwanzig Jahre später auslösen
sollte. Didi Thurau wurde zum Sportler des Jahres 1977 gewählt, der damalige
Bürgermeister von Paris, Jacques Chirac, meinte über den „blonden Engel“:
Seit Konrad Adenauer hat keiner so viel für die deutsch-französische
Freundschaft getan wie Dietrich Thurau.
1977 blieb das stärkste Jahr in der Karriere Thuraus, er wurde zudem noch in
Venezuela bei der Straßen-Weltmeisterschaft Zweiter hinter dem Italiener
Francesco Moser. In den Folgejahren konnte er nie mehr an seine Leistungen
anknüpfen. Er gewann je einmal die Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich (1979)
und Meisterschaft von Zürich (1978). Bei der Tour de France 1979 gelang ihm
noch einmal ein Etappensieg. Im Gesamtklassement belegte er am Ende den 10.
Platz und wurde Zweiter in der Punktewertung des Grünen Trikots.
Im gleichen Jahr kam er noch auf den zweiten Platz bei der Straßenrad-WM im
niederländischen Valkenburg hinter Jan Raas. Die drei weiteren Teilnahmen
Thuraus an der Tour de France in den 1980er Jahren endeten alle mit
vorzeitigen Aufgaben bzw. Disqualifikationen, 1985 deshalb, weil er einen
Renn-Kommissar verprügelt hat.
Die in jungen Jahren stets prognostizierte wirklich große Karriere blieb bei
Thurau aus. Er musste sich immer wieder mit dem Vorwurf auseinandersetzen,
sein Talent nicht ausgereizt zu haben, was vor allem damit begründet wird,
dass er sich für die lukrativen winterlichen Sechstagerennen verpflichten
ließ, statt sich für die Straßensaison zu regenerieren.
Doping
Besonders in den späteren Jahren seiner Laufbahn als Radprofi fiel Thurau
immer häufiger durch Dopingverstöße auf. 1980 wurde er nach drei positiven
Proben innerhalb einer Saison aus der Tour de France ausgeschlossen. 1987
geschah dies nach einem positivem Dopingtest ein weiteres Mal. Nach dem Ende
seiner Laufbahn gestand er regelmäßigen Gebrauch von leistungsteigernden
Mitteln ein.
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Januar 2008, 16:37 UTC. URL:
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(Abgerufen: 15. Februar 2008, 10:51 UTC)
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