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Bernhard Carl "Bert" Trautmann
OBE (* 22. Oktober 1923 in Bremen) ist ein ehemaliger deutscher
Fußballspieler (Torwart), der lange Jahre für Manchester City spielte.
Biographie
Kindheit und Jugend in Bremen [Bearbeiten]Trautmann wurde in Bremen geboren,
wo er bis zum Beginn seines Militärdienstes 1941 wohnte. Als er 10 Jahre alt
war, wurde er Vereinsmitglied von Tura Bremen, wo er zunächst im linken
Mittelfeld spielte.
Zweiter Weltkrieg
Während des zweiten Weltkriegs kämpfte Trautmann als Fallschirmjäger für
die Wehrmacht im westlichen Russland. Er geriet in russische
Kriegsgefangenschaft, konnte entkommen und wurde von den Briten erneut
festgenommen. Die Engländer sollen ihm bei der Gefangennahme „Hello Fritz,
fancy a cup of tea?“ („Hallo Fritz, Lust auf eine Tasse Tee?“, Fritz diente
als Synonym für die Deutschen) zugerufen haben. Er wurde in das britische
Kriegsgefangenenlager POW Camp 50 (heute die Byrchall High School) in
Ashton-in-Makerfield gebracht, das zwischen St Helens und Wigan liegt.
Später wurde er in ein ähnliches Lager in Huyton bei Liverpool verlegt. Bei
Fußballspielen zwischen den Lagern spielte er im rechten Mittelfeld, bis es
eines Tages keinen Torhüter gab und Trautmann sich an dieser Aufgabe
versuchte, was ihm auch durchaus gut gelang. In dieser Zeit wurde er Bert
gerufen, da es den Briten schwer fiel, Bernd, die Kurzform seines Vornamens,
korrekt auszusprechen.
Ein schwieriger Start
Trautmann blieb nach dem Kriegsende im Vereinigten Königreich und spielte
als Torwart für den Provinzklub St Helens Town aus der Nähe von Liverpool.
Bei einem Freundschaftsspiel gegen Manchester City zog er die Aufmerksamkeit
des gegnerischen Vereinsvorstands auf sich. Bei City unterschrieb er im
Oktober 1949 einen lukrativen Vertrag und ersetzte den äußerst beliebten
englischen Nationaltorhüter Frank Swift. Das einstige Mitglied der Luftwaffe
wurde in Manchester teilweise mit offener Feindseligkeit empfangen,
Zwanzigtausend gingen aus Protest auf die Straße, um gegen den Transfer von
„Traut the Kraut“ zu protestieren und Plakate mit Aufschriften wie „Off with
the German“ („Raus mit dem Deutschen!“) zu präsentieren. Einige Fans von
Manchester City gaben aus Protest ihre Dauerkarten an den Verein zurück, der
von diversen Fangruppen mit Protestbriefen bombardiert wurde. Zwei Dinge
ließen die Proteste in Manchester jedoch schnell verstummen. Zum einen
schrieb der Rabbi von Manchester, Dr. Alexander Altmann, einen offenen Brief
an die Bürger der Stadt und bat darum, unvoreingenommen mit Trautmann
umzugehen. Zum anderen überzeugte Trautmann seine Kritiker mit Leistung. Bei
seinem ersten Auftreten bei einem Auswärtsspiel in London beim Spiel gegen
den FC Fulham applaudierten ihm nach der Begegnung die gegnerischen Spieler
und die Fans von Fulham.
Goldene Jahre bei Manchester City
Innerhalb weniger Jahre wurde Trautmann zum besten Torhüter der englischen
Liga und konnte sich zur Weltspitze zählen. In England unvergessen ist das
Finale des FA Cups 1956 im Londoner Wembley Stadium, in dem Manchester City
gegen Birmingham City antrat und 3:1 gewann. In der 75. Spielminute wehrte
Trautmann eine hereingeschlagene Flanke ab und wurde dabei von Birminghams
Stürmer Peter Murphy im Nacken getroffen. Da zu dieser Zeit noch keine
Auswechslungen erlaubt waren, spielte Trautmann auch die restliche
Viertelstunde und avancierte zum Spieler des Tages, als er trotz Verletzung
sein Tor verbissen gegen das anstürmende Birmingham verteidigte. Eine
Röntgenuntersuchung drei Tage nach dem Spiel ergab, dass Trautmann sich bei
dem Zusammenprall mit Murphy einen Genickbruch zugezogen hatte und fünf
weitere Halswirbel ausgerenkt waren. Dass er überlebte, gilt bis heute als
medizinisches Wunder.
Zwischen 1949 und 1964 spielte Trautmann 545 Mal für Manchester City.
Allerdings stand er nie im Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft, da
Bundestrainer Sepp Herberger in seiner Mannschaft keine Legionäre einsetzte,
was für Trautmann, der als der beste Torhüter der Welt angesehen wurde, sehr
frustrierend war. Trautmann wurde 1956 nicht zuletzt wegen seines Auftritts
im Finale des FA Cups als erster ausländischer Spieler in England zum
Fußballer des Jahres gewählt. Zuvor hatte er bereits 1955 im Finale des
selben Wettbewerbs gestanden, dieses wurde jedoch von Newcastle United, das
von Jackie Milburn angeführt wurde, gewonnen. 1960 entschied sich der
englische Fußballverband, bei den Ligaauswahl-Mannschaften auch Ausländer
zuzulassen. Trautmann war Kapitän dieses All Star-Teams, das gegen die
irische Liga antrat, und spielte auch gegen die italienische Serie A.
1964 beendete er seine Karriere als Spieler. Über 60.000 Zuschauer wohnten
seinem Abschiedsspiel im völlig überfüllten Stadion an der Maine Road bei.
Eine bemerkenswerte Wandlung der Fans, die den Deutschen zuerst nicht in
ihren Reihen haben wollten. Trautmann war in diesem Spiel der Kapitän einer
Manchester-Auswahl, für die unter anderem Bobby Charlton und Denis Law
spielten, die gegen eine England-Auswahl antrat, für die unter anderem Tom
Finney, Stanley Matthews und Jimmy Armfield gegen den Ball traten. Nach der
Partie nannte ihn Bobby Charlton einen der größten Torhüter aller Zeiten.
Der russische Torwart Lew Jaschin erklärte: „Es gab nur zwei
Weltklasse-Torhüter. Einer war Lew Jaschin, der andere war der deutsche
Junge, der in Manchester spielte - Trautmann.“ (Kurioserweise hatten diese
beiden Torhüter auch den gleichen Geburtstag, den 22. Oktober.) Im Stadion
an der Maine Road wurden sogar die Pfosten abgerissen und ausgetauscht, da
zwischen diesen Pfosten niemand anderes mehr stehen sollte als Trautmann.
Trautmann ist vielleicht das bekannteste Beispiel eines Deutschen, der im
zweiten Weltkrieg gegen die Briten kämpfte, sich nach dessen Ende aber in
deren Herzen spielte. In England gilt Bert Trautmann noch immer als einer
der besten Torhüter aller Zeiten.
Weitere Karriere
Nachdem er Manchester City verlassen hatte, spielte er noch kurze Zeit für
Wellington Town. Von 1964 bis 1966 war Bert Trautmann Trainer bei Stockport
County und anschließend von 1966 bis 1967 Trainer bei Preußen Münster.
Später war Trautmann als Botschafter des deutschen Fußballs weltweit
unterwegs.
Im Juni 2004 gründete er einen gemeinnützigen Förderverein, der das
Stiftungskapital für die Trautmann-Foundation sammelt. Ziel dieser Stiftung
soll es sein, mittels Fußball die deutsch-britische Verständigung zu
fördern.
Im Oktober 2004 wurde Bert Trautmann von Königin Elisabeth II. in
Anerkennung seiner Verdienste um die deutsch-britischen Beziehungen zum
Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire ernannt.
Privatleben
1950 heiratete Trautmann seine erste Frau, die aus Manchester stammte. Mit
ihr hatte er 1951 einen Sohn, der 1956 nach dem Gewinn des FA Cups bei einem
Auto-Unfall ums Leben kam. In den 1960ern ließ er sich scheiden. 1990
heiratete er erneut.
Bert Trautmann lebt heute mit seiner Frau in der Nähe von Valencia. Mehrmals
im Jahr besucht er seinen alten Verein Manchester City. Er ist auch heute
noch ein Idol für alle Generationen von ManCity-Fans.
Er ist ein Beispiel, wie die durch die deutsch-englische Rivalität im
Fußball (und zuvor im zweiten Weltkrieg) entstandene Kluft zwischen den
beiden Nationen geschlossen werden kann, was er in einer Weise tat, die nur
mit Jürgen Klinsmann in den 1990ern verglichen werden kann.
Auszeichnungen
Manchesters Spieler des Jahres 1956
Englands Spieler des Jahres 1956
FA Cup Sieger 1956
Bundesverdienstkreuz 1997
Football Legend of the Football League 2002
Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire (OBE)
2004
Aufnahme in die Hall of Fame des englischen Fußball-Verbandes 2005
Wahl zum besten Manchester-City-Spieler aller Zeiten 2007
Lesen Sie mehr auf Sporthelden.de:
Kurzporträt Bert Trautmann
1956 - Trautmann riskiert Kopf und Kragen
Alle Fußballer des Jahres in England
Video - Trautmanns Zusammenprall in Wembley (BBC)
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Dieser Artikel
basiert auf dem Artikel Bert Trautmann aus der freien
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Dezember 2007, 13:16 UTC. URL:
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(Abgerufen: 14. Februar 2008, 19:53 UTC)
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